Hallo Espatopy,
bin ganz Deiner Meinung auch wenn ich bei der Methode einer Inflationssicherung der eher bodenständigere Typ bin, wie Du weißt

.
Aber es gibt eben unterschiedliche Wege die nach Rom führen…
Vielleicht noch eine Erklärung für „Reverse – Hypotheken“:
http://de.wikipedia.org/wiki/Umgekehrte_Hypothek
Hallo Hulkolli,
ich denke auch, dass Krankheiten vielfach im Kopf entstehen. Auch ich hätte mir im Lauf meines bisherigen Lebens (werde 54) viel Geld sparen können, wenn ich nicht krankenversichert gewesen wäre und nur bei Bedarf die (ebenso wie bei Dir) seltenen Arztbesuche selbst bezahlt hätte. Leider weiß man das immer erst hinterher. Und außerdem werden wir ja auch älter (hoffe ich zumindest) und ich weiß nicht, ob ich dann immer noch so positiv denken kann um Krankheiten ohne externe Hilfe abwehren zu können. Fakt ist, dass die körpereigenen Abwehrkräfte im Lauf des Alters nachlassen was dann früher oder später zum Tod führt. Dein Beispiel mit den Indianern ist sehr schön, ich gebe allerdings zu bedenken, dass die Lebenserwartung der meisten Indianer nicht so hoch war, als dass sie unsere Zivilisationskrankheiten hätten bekommen können. Statistisch scheint jedenfalls gesichert zu sein, dass die durchschnittliche Lebenserwartung im Lauf der letzten 100 Jahre drastisch gestiegen ist, wohl auch wegen und nicht trotz der Schulmedizin.
Wenn Du über entsprechende finanzielle Mittel verfügst, brauchst Du natürlich keine Krankenversicherung. Wenn Du mit Deinem Geld gerade so einigermaßen gut über die Runden kommst, würde ich es für fahrlässig halten, keine KV zu haben.
Noch mal ein Gedanke zu den Finanzen für Rentner und wie diese in 10 Jahren aussehen könnten. Die gravierendste Problematik sehe ich eigentlich bei der aktuellen Rentenerhöhung von nur 1,1% bei einer Inflation von 4% und dem Ausgleich für sozial Schwächere unter Zuhilfenahme eines „Wohngeldes“.
Ich bin mir sicher, dass das zum Trend wird. Manchmal kann man sich Dinge besser vorstellen, wenn man mit Extremen rechnet (auch wenn sie in dieser Höhe nicht eintreten müssen und wahrscheinlich auch nicht werden).
Gedankenspiel:
wir haben in ein paar Jahren eine jährliche Inflation im hohen zweistelligen Bereich. Die Renten in dieser Größenordnung zu erhöhen ist angesichts der immer desolater gewordenen Staatsfinanzen illusorisch. Es wird also immer mehr mit Zuschüssen gearbeitet um den Leuten irgendwie ein Überleben zu ermöglichen. Schauen wir uns dazu zwei Beispielrentner im Jahr 2018 an:
a. Max Müller:
Herr Müller hat immer gut verdient und erhält eine Rente in Höhe von 2.000 Euro. Leider reicht in unserem Szenario dieser Betrag noch nicht mal mehr für die Miete seiner 2 – Zimmerwohnung. (auch nicht mehr für die Miete eines Hauses in Paraguay…)
Neben seiner Rente erhält Herr Müller also noch 1.500 Euro Wohngeld, eine „Pauschale zur Teilhabe am öffentlich – kulturellen Leben“ in Höhe von 800 Euro (PzTaökL), eine Fortbewegungspauschale in Höhe von 600 Euro (der monatliche Preis für ein Umweltticket) einen „Zuschuss für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung der Rentner“ (ZfgaEdR) in Höhe von 2.500 Euro (ja,ja, Lebensmittel sind besonders teuer geworden) und noch diverse andere Zuschüsse in Höhe von zusammen 2.000 Euro.
Herr Müller hat also monatlich 9.400 Euro zur Verfügung und kommt damit einigermaßen zurecht.
b. Karl Krause
Herr Krause hat in seinem Leben nicht so viel verdient und erhält nur eine Monatsrente in Höhe von 1.000 Euro. Die Zulagen, die Herr Müller erhält, bekommt Herr Krause natürlich ebenfalls. Insgesamt hat Herr Krause damit 8.400 Euro zur Verfügung und kommt damit nicht ganz so gut, aber immer noch irgendwie zurecht.
Dieses Beispiel zeigt, dass Herr Müller zwar doppelt soviel in die Rentenkasse eingezahlt hat, aber lediglich 12% mehr zum Leben zur Verfügung hat. Auch noch zu diesem Zeitpunkt wird von den politisch Verantwortlichen vehement abgestritten, dass es in Deutschland eine Einheitsrente gebe, obwohl es dann schon relativ egal sein wird, wie viel jemand in die Rentenkasse eingezahlt hat. Wenn jemand gar nichts eingezahlt hat, erhält er ja immer noch die oben erwähnten Zulagen in Höhe von 7.400 Euro. Das ist dann auch gleichzeitig der Sozialhilfesatz, auf den jeder Bundesbürger einen gesetzlichen Anspruch hat.
Weit hergeholt, mag der Eine sagen, vollkommen unrealistisch der Andere. Ist es das aber wirklich?
Schon heute ist es so, dass jemand, der sein Leben lang eher geringe Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat, keinen Cent mehr bekommt als jemand, der gar nichts eingezahlt hat. Der Sozialhilfesatz ist da einfach der „floor“, den man mit geringen Beiträgen nicht mehr erreicht und der gleichzeitig von der Sozialhilfe nicht unterschritten wird. „Aufstocker“ nennt man heute die Menschen, die von ihrer Rente aber auch von ihrem Arbeitseinkommen nicht mehr leben können und deshalb eine „Aufstockung“ ihres Einkommens auf HartzIV – Niveau beantragen und auch bekommen. Die Zahl dieser Aufstocker wächst übrigens von Jahr zu Jahr. Das bedeutet, die Lebenshaltungskosten steigen deutlich schneller als Renten und kleinere Einkommen.
Wie eingangs erwähnt ist das ein Extrembeispiel aber der Zug fährt in diese Richtung und leider muss er das mittlerweile auch. Auch wenn es aus verständlichen Gründen nicht an die große Glocke gehängt und bei Bedarf abgestritten wird, ist es kein Geheimnis, dass die zukünftigen Renten und Beamtenpensionen auf die heutige Art und Weise nicht mehr finanzierbar sein werden. Wenn ich das aber weiß muss ich das auch für zukünftige Planungen antizipieren und kann sinnvollerweise nicht nach dem kölschen Motto handeln: „Et hätt no immer jot jejange….“
Jedem ist vermutlich klar, dass 1000 Euro in zehn Jahren zwar immer noch 1000 Euro sein werden (wenn es den Euro dann noch gibt), nur was man sich dann dafür kaufen kann, weiß aus heutiger Sicht niemand. Weniger, soviel scheint sicher zu sein, auch in Paraguay…
Und die Zuschüsse und vielfältigen Unterstützungen, die in Euroland (vielleicht dann auch nur noch in Deutschland) ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, wird es in Paraguay nicht geben. Auch soviel steht für mich fest.
So schön der Gedanke auch sein mag, mit seiner deutschen Rente in Paraguay ein Haus mit Pool zu bewohnen und in den wunderschönen Sonnenuntergang am Ypacarai – See zu blinzeln. Ohne gute Rücklagen wird vermutlich aus diesem Traum in ein paar Jahren ein Albtraum werden.
meint
Lämpi