Guarani-Kurs

Lebenshaltungskosten in Paraguay

Wechselkurs Euro : Guarani

Beitragvon dirndlfan » Donnerstag 19. Juni 2008, 11:23

Hallo, liebe Leute!

Seit Februar beobachte ich den Wechselkurs des Guarani zum Euro. In diesem Zeitraum hat der Euro bereits über 13% gegenüber dem Guarani an Wert eingebüßt.
Genauer gesagt: am 27.02.2008 bekam ich für 1 Euro 6700 Gs, heute am 19.06.2008 bekomme ich nur mehr 5800 Gs.

Da mach ich mir doch einige Gedanken. Vor allem, weil der Euro ja soooo als DIE neue Weltwährung schlechthin gepriesen wird (zumindest in den Euroländern) und dann so was?
Was sind die Ursachen? Paraguay hat doch keine Großindustrie, keinen nennenswerten Export an Hi-Tech-Gütern, keine Rohstoffe usw. - oder liegts doch am Fleischexport, der offensichtlich immer besser in Schwung kommt?

Hat jemand von Euch auch die Wechselkurse in anderen lateinamerikanischen Staaten beobachtet, ist dort das selbe Bild?

Wie denkt Ihr darüber?

Liebe Grüße

Maria
dirndlfan
aktiver Benutzer
aktiver Benutzer
 
Beiträge: 35
Registriert: Dienstag 5. Februar 2008, 12:50

Werbung wird durch Google bereitgestellt. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfaeltig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen
 

Beitragvon oli » Donnerstag 19. Juni 2008, 11:37

darueber haben wir hier im Forum schon oefters diskutiert.
Gruende sind meiner Meinung nach:
- Devisenzufluss aus dem Ausland durch Geldtransfer von Exilparaguayern
- Rekordexport landwirtschaftlicher Produkte, der sich durch die hohen Weltmarktpreise nochmal erhoeht (Einnahmen in Dollar oder Euro)
- Zufluss schwarzer Dollars- vom Keller in die Wirtschaft, bevor die neue Regierung drankommt.

Folglich sind mehr Dollars oder Euros im Umlauf als Guaranies und der Wert faellt. Der Trend koennte durchaus anhalten. Wohl dem, der nicht mit dem letzten Groschen rechnen muss.

Gruss
oli.
PS. Paraguayische Soja oder Mais wird sich nie als Bioprodukt verkaufen lassen. Moeglicherweise ein bisschen Bio-soja, aber das ist eine Nische und wird das auch bleiben. Direktsaat hat mit "Bio" gar nichts zu tun.
oli
Moderator/Admin
Moderator/Admin
 
Beiträge: 802
Registriert: Freitag 4. November 2005, 15:12
Wohnort: Asuncion

Beitragvon sclabbo » Donnerstag 19. Juni 2008, 13:12

Bei Währungen ist es das selbe wie bei sonstigen Waren.
Angebot und Nachfrage bilden den Preis.
Aktuell werden anscheinend mehr Guarani benötigt und deshalb fällt er zum Euro, d.h. der Guarani gewinnt
momentan an Wert, weil die Nachfrage nach Gs aus Euroland und USA immo sehr hoch ist.
Ich versuche mal in den nächsten Tagen sämtliche südamerikanischen Währungen gegen den EUR und USD zu analysieren.

Werde euch das Ergebins dann hier mitteilen.
sclabbo
 

Beitragvon Kampftiger » Donnerstag 19. Juni 2008, 13:56

Ist vielleicht doch etwas besser das Geld mit der Karte zu ziehen. Am 29.2. haben wir noch 6.981 Gs von unserer Bank in DE bekommen, von der Schweizer Bank gab es am gleichen Tag 6.881 Gs pro Euro. Das ist der Kurs einschließlich der 25.000 Gs Gebühren die ja seit einiger Zeit Fällig werden, ansonsten gibt es kein Geld am Automaten. Am 12.6. gab es immerhin noch 6.222 Gs pro Euro. Bin auch gespannt ob sich der Spuk nach dem Regierungswechsel langsam wieder erholt oder ob es weiter so Berg ab geht.

So mancher überlegt bereits sein Personal zu reduzieren bzw. zu entlassen. Das dürfte die Arbeitsmarktsituation noch mehr verschärfen.....

KT
Kampftiger
*erfahrener Benutzer*
*erfahrener Benutzer*
 
Beiträge: 850
Registriert: Sonntag 13. August 2006, 14:42
Wohnort: Paraguay

Beitragvon gilly » Dienstag 24. Juni 2008, 17:18

Ich könnte jetzt die 90 000 Guarani, die ich vom Urlaub im letzten November noch habe, in Euro zurück tauschen und den dicken Gewinn machen :lol:

Gruß,
Gilly
gilly
aktiver Benutzer
aktiver Benutzer
 
Beiträge: 48
Registriert: Dienstag 9. Januar 2007, 12:35
Wohnort: in der Nähe von Frankfurt am Main

Beitragvon Karaí » Dienstag 1. Juli 2008, 03:49

Hallo Dirndfan,
die Exporttätigkeit dieses kleinen Landes Paraguay hat doch keinen Einfluß auf den Wert des Dollars bzw. des Euros. Diese sogenannten Welt-Währungen haben ihre eigene Inflation, und die ist nicht niedrig. Auch die Preiserhöhung des Rohöls ist in Wirklichkeit gering, auch wenn ein Barril inzwischen 143 US-Dollars erreicht hat. In derselben Zeit, in der sich der Rohölpreis verdoppelt hat, ist der Wert des Dollars um 50% gefallen. Das ist die Erklärung! Und für diejenigen, die mehr vertrauen zum Euro als zum Dollar haben: der Euro ist zu 80% durch den Dollar gedeckt. Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht!
Freut Euch des Lebens!
Benutzeravatar
Karaí
erfahrener Benutzer
erfahrener Benutzer
 
Beiträge: 79
Registriert: Samstag 17. November 2007, 19:15
Wohnort: Luque-Palma Loma/Paraguay

Beitragvon dirndlfan » Dienstag 1. Juli 2008, 11:57

@Karaí:

Hallo Karaí,

da magst Du schon recht haben. Was mich dabei so nachdenklich macht, ist der Imageverlust des Euro. Da ich derzeit noch hier in Europa wohne und natürlich das Gesülze von der starken Europäischen Union und dem robusten Euro in den Ohren habe (und hier glauben auch die Meisten daran), öffnet mir der Kursvergleich zu einer Währung, von der die meisten Europäer noch nie gehört haben, die Augen. Daher werde ich jeden Tag nachdenklicher und bereite mich im Stillen auf einen schnellen Sprung über den Atlantik vor, so dies einmal notwendig sein sollte.

Aus deutschen oder österreichischen Augen betrachtet sind wir hier in der Union ja der Wirtschaftsmotor der Welt. Die Ami mit dem Dollar sind passé und die Chinesen werden ihren Boom nicht mehr lange halten können (Umwelt).

Dann lese ich, was in Paraguay währungsmäßig passiert und kann's mir einfach nicht erklären.

@Sclabbo:

Hast Du schon mit Deiner Analyse sübamerikan. Währungen begonnen? Das Ergebnis würde mich sehr interessieren.

Liebe Grüße

Maria
dirndlfan
aktiver Benutzer
aktiver Benutzer
 
Beiträge: 35
Registriert: Dienstag 5. Februar 2008, 12:50

Beitragvon Lämpi » Mittwoch 2. Juli 2008, 10:25

Schönen guten Tag alle miteinander…,

irgendwie liegen mir Wirtschaftsthemen am Herzen, deshalb ein paar Gedanken dazu.
Gründe, warum der Guarani auch gegenüber dem Euro steigt, hat Oli schlüssig dargelegt.
Besonders dem zweiten Punkt: „Rekordexport landwirtschaftlicher Produkte…“ würde ich hierbei einen hohen Stellenwert beimessen.

Und es sieht nicht danach aus würde sich dieser Trend abschwächen.

Und es gibt noch einen weiteren, vielleicht noch wichtigeren Trend, der sehr schnell eine mittelfristige Finanzplanung über den Haufen werfen könnte. Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen.

Die Globalisierung hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, die Inflation in Schach zu halten obwohl das Geldmengenangebot ständig ausgeweitet wurde. Es gab immer ein Land, dass irgendwelche Dinge noch ein bisschen billiger produziert hat und somit sind die Preise für diese Dinge eben auch nicht oder nur moderat gestiegen.

Das scheint vorbei zu sein. Mittlerweile steigen die Inflationsraten (selbst die offiziellen, denen ja ein Hang zur Schönfärberei nachgesagt wird) auf einen Wert von 4% wenn man die gesamte Eurozone betrachtet. In anderen Ländern sind sie längst zweistellig.

China, Indien und andere produzierende Länder verbrauchen immer mehr Öl, Eisenerz und andere Rohstoffe. Die Folge: Öl wird teurer, Kunststoffe werden teurer, Stahl wird teurer. Die Herstellung von Lebensmitteln die einen recht hohen Energieeinsatz erfordert, wird teurer, entsprechend auch die jeweiligen Produkte.

Damit würde ich gerne den Bogen schlagen zu einer Auswanderung nach Paraguay. Dass 500 Euro für 2 Personen nicht reichen dürften, wurde schon hinreichend beleuchtet, denke ich.

Wie sieht es mit einer Rente von 1000 Euro für 2 Personen aus? Damit kann man in Paraguay heute ganz vernünftig leben, wie ich das Land kenne.

Aber wie sieht es in 3 oder 4 Jahren aus? Ich habe irgendwann mal geschrieben, der deutsche Staat würde sich schon etwas einfallen lassen, um Rentner am Auswandern zu hindern. Das war nur halb im Scherz gemeint.

Beispiel: zum 1. Juli 2008 wurden die Renten in Deutschland um 1,1% erhöht. Zur Erinnerung: bei einer offiziellen Inflationsrate von etwa 4%. Um nun Härten für Geringverdiener und Bezieher kleiner Renten abzufedern, soll demnächst das Wohngeld erhöht werden. Soweit so gut, für Rentner in Deutschland. Aber gibt es diesen Ausgleich für gestiegene Kosten auch für Rentner in Paraguay? Natürlich nicht.

Dazu kommt noch, dass die Inflation oder Teuerung für Bezieher kleiner Einkommen deutlich höher liegt als 4%, weil diese Haushalte prozentual überdurchschnittlich viel für Dinge des täglichen Bedarfes (Lebensmittel, Heizung…) ausgeben müssen.

Nebenbei bemerkt ist die Tatsache, dass nicht die Renten gemäß der Inflationsrate angepasst werden sonder nur bei Bedürftigkeit ein höherer Zuschuss bezahlt wird, für mich der erste Schritt auf dem Weg zu einer Einheitsrente. Vielleicht wird es in 10 Jahren ziemlich unerheblich sein, wie viel der Einzelne in seine Rentenversicherung einbezahlt hat, weil der Hauptteil des zum Überleben notwendigen aus irgendwelchen staatlichen Zuschüssen besteht.
Und wie immer diese Zuschüsse auch heißen mögen, in Südamerika werden sie mit Sicherheit nicht bezahlt.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Preise in Zukunft um 5% jährlich steigen, ist die Kaufkraft nach etwa 15 Jahren nur noch halb so hoch wie heute. Diese 5% sind in meinen Augen übrigens eigentlich viel zu optimistisch. Ich denke, wir werden es mit höheren Zahlen zu tun bekommen, aber wissen kann das heute natürlich niemand.

Fazit: auch mit einer für heutige Verhältnisse ganz guten Rente, wird man in einigen Jahren vermutlich Probleme im Ausland bekommen. Renten sind vielleicht in ihrer nominalen Höhe sicher, was die Kaufkraft angeht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Inflationsschutz bieten sie jedenfalls keinen.

Damit will ich jetzt nichts gegen eine Auswanderung nach Südamerika sagen. Wir waren erst vor Kurzem wieder da, haben auch Paraguay besucht und uns sehr wohl gefühlt.

Allein mit einer Rente, wie komfortabel sie aus heutiger Sicht auch aussehen mag, wird man sich in einigen Jahren ziemlich einschränken müssen. Das mussten viele Rentner erleben, die vor 20 Jahren nach Spanien gegangen sind und das könnte meiner Ansicht nach in jedem anderen Teil der Welt, also auch in Paraguay geschehen.

Ich möchte hiermit keinem die Stimmung vermiesen sondern einfach nur versuchen, den Blick für die Problematik „Teuerung oder Inflation“ zu schärfen um so vielleicht mitzuhelfen, unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Aus meiner Sicht sind Rücklagen, die wie auch immer inflationsgesichert sind, ein absolutes Muss.

Viele Grüsse an Alle

Lämpi
Benutzeravatar
Lämpi
*erfahrener Benutzer*
*erfahrener Benutzer*
 
Beiträge: 643
Registriert: Freitag 14. April 2006, 15:34
Wohnort: Berlin

Beitragvon Hulkolli » Mittwoch 2. Juli 2008, 12:21

Hallo Lämpi

Aus meiner Sicht sind Rücklagen, die wie auch immer inflationsgesichert sind, ein absolutes Muss.

Diesen Satz und Rat kann ich Dir voll zustimmen! Doch wie sollen sie konkret aussehen die Rücklagen? Genau darüber habe ich mir ständig den Kopf zerbrochen und kam schlussendlich zu dem Ergebnis hier in Paraguay ein Grundstück zu kaufen und ein Haus zu bauen, solange es noch möglich ist. In D ein Haus, kann man sich kaum leisten und viele sind in der Zwangsversteigerung aus vielerlei Gründen. Was spricht dagegen im Alter mietfrei zu leben, wo man schönes Wetter hat und sich, wenn man Lust hat, Gemüse und Obst anzubauen und ein paar Hühner(keine Frauen mit gemeint) laufen lässt. Ich träume davon schon sehr lange und sicher nicht nur ich. Klar von 500 € kann man sich sicher kein Luxus leisten, doch verhungern auch nicht. Im Alter brauchen viele sicher auch kein Auto mehr, da die Reaktionen teilweise schwinden, doch hier in Paraguay hält der Bus fast überall und günstig obendrein. Mir persönlich ist es lieber etwas einfacher zu leben als von x Stellen Geld zu erbetteln auch wenn es mir zusteht, fühlt man sich doch als Bittsteller. Daher kann es etwas besseres geben als ein Haus mit Grundstück? Wenn man noch Geld übrig hat baut man für Langzeitmieter Häuser dazu und hat noch ein paar Einnahmen. Hat man noch mehr Geld baut man sich noch eine Solaranlage auf um Stromkosten zu sparen. Brunnen um Wasserkosten zu sparen etc. etc. Ja eine Krankenversicherung brauchen einige auch, doch die ist zum Glück um ein x faches günstiger als in D. Naturheilmittel für kleine altersbedingte Wehwehchen , sind allemal billiger und besser als die Behandlung Pharma gesteuerter Schulmedizin. Unfälle abzusichern weiß fast jeder ist stets sehr günstig, selbst hier in D.

Gruß Oliver
Hulkolli
erfahrener Benutzer
erfahrener Benutzer
 
Beiträge: 82
Registriert: Montag 26. März 2007, 22:22

Beitragvon Schnuppe » Mittwoch 2. Juli 2008, 12:44

Hallo Lämpi

Allein mit einer Rente, wie komfortabel sie aus heutiger Sicht auch aussehen mag, wird man sich in einigen Jahren ziemlich einschränken müssen
ja aber in Deutschland noch mehr, denk ich mal :wink:
Benutzeravatar
Schnuppe
*erfahrener Benutzer*
*erfahrener Benutzer*
 
Beiträge: 371
Registriert: Freitag 6. Oktober 2006, 18:52
Wohnort: Nähe Ludwigshafen

Beitragvon Karaí » Mittwoch 2. Juli 2008, 19:21

Hallo Hulkolli,
du hast teilweise recht. Ich nehme an, daß du bereits wenige Jahre vor dem Rentenalter stehst, da du mehrere Kommentare über die Rentenaussichten in Deutschland hier gemacht hast. Es ist richtig, wer sich in diesem Alter noch kein eigenes Zuhause schaffen konnte, der wird er auch wohl nicht mehr schaffen, denn die Grundstückspreise und auch die Baupreise sind inzwischen derart hoch, daß dies selbst von einem Normalverdiener während seines ganzen Arbeitslebens praktisch nicht mehr finanzierbar ist. Es ist auch richtig, daß man mit einer Rente von 500 Euronen kaum mehr überleben kann, und schon gar nicht ohne ein eigenes Dach über dem Kopf, denn da reicht die gesamte Rente vielleicht gerade für eine kleine Miete. In Paraguay allerdings, da ist dies noch möglich. Mit einem verhältnismäßig kleinen Betrag im Sparstrumpf kann man sich noch ein nettes Häuschen leisten, um keine Miete zu bezahlen, und mit den dann verbleibenden 500 E. kann man wenigstens überleben, wenn auch nicht im Luxus. Aber jetzt kommt noch ein äußerst wichtiger Faktor, der gerade mit fortschreitendem Alter von den meisten vergessen wird, das ist die Krankenversicherung. Du schreibst, die Krankenversicherung in Paraguay sei in Paraguay um ein vielfaches günstiger als in Deutschland. Stimmt genau. Aber was ist eigentlich billig oder teuer? Hast Du Dir die Bedeutung dieser Begriffe schon einmal überlegt? Die einzige Antwort auf diese Frage kann nur sein: ES KOMMT DARAUF AN. Und worauf kommt es denn an? Es kommt in erster Linie darauf an, WAS für WIEVIEL geboten wird. Du willst Dir z.B. ein Fortbewegungsmittel kaufen. Bei den anzustellenden Preisvergleichen stellst Du fest, daß ein Fahrrad billiger ist als ein Auto. Wirst Du Dir deshalb ein Fahrrad kaufen und auf ein Auto verzichten? Nun zum Thema: Hast Du Dich schon einmal über die Bedingungen und angebotenen Leistungen der paraguayischen Privatkrankenversicherungen erkundigt? Diese Daten sind nun einmal notwendig, um einen Vergleich zu erstellen zwischen dem Preis/Leistungs- Verhältnis etwa einer deutschen Ersatzkasse und einer paraguayischen privaten Krankenversicherung. Und gerade mit fortschreitendem Alter wird auch die Notwendigkeit akuter, diese Art von Versicherungen in Anspruch nehmen zu müssen. Denke auch daran, daß Du in Deutschland schon aufgrund Deiner Rente gratis krankenversichert bist, und zwar so gut, wie es keine noch so gut bezahlte paraguayische Versicherungsgesellschaft Dir bieten kann.
Freut Euch des Lebens!
Benutzeravatar
Karaí
erfahrener Benutzer
erfahrener Benutzer
 
Beiträge: 79
Registriert: Samstag 17. November 2007, 19:15
Wohnort: Luque-Palma Loma/Paraguay

Beitragvon Espatopy » Mittwoch 2. Juli 2008, 21:48

Ich kann Lämpi nur komplett zustimmen....ohne
eine sich an die paraguayische Inflation
angassende Einkommensseite trifft es gerade
bei einem steigenden Guaranie diejenigen
Einwanderer besonders hart...die jetzt schon knapp
kalkulieren müssen.
Reicht aber dafür ein eigenes,mietfreies Haus?
Na ja...davon kann man eben auch nichts abbeissen...
-sog.reverse-Hypotheken gibt es in Paraqguay noch nicht.
Und:die z.Zt.gültigen Mietpreise sind tw.auf so niedrigem Niveau
so dass es wohl mehr Sinn machen dürfte, sein Geld aktiv arbeiten
zu lassen...denn in Mauersteine zu stecken.

Regelmässig steigende Liquidität....das ist nämlich die Voraussetzung f.
ein sog. "sorgenfreies Leben".Und sei es , dass man Land kauft ,es
rodet und dann indiziert (inflationsgesichert) verpachtet.
Das bringt vielleicht am Anfang nur 3-max. 5%.....aber zumindest
steigt es mit der Inflation.
Einige Länder begeben inflationsgesicherte Anleihen (Kalkulation
leider nur nach derer Muster....)....ob Paraguay so etwas anbietet
wie die US - Tips....auch in Frankreich gibt es das auf Euro-Basis...
weiss ich nicht.Und ob man dem PY-Staat sein Geld anvertrauen will...
weiss ich auch nicht so ganz .
Sicher ist nur das: man muss seine Einkünfte-Seite unbedingt
indizieren...um diesen steigenden Kosten durch wechselkurs und Inflation
etwas entgegensetzen zu können.(z.B.hat man in einigen Dividenden-Aktien
durch sich regelmässsig erhöhende Ausschüttungen seit mehr als 50 Jahren
einen einigermassen zuverlässigen Begleiter!)[/u]
Espatopy
*erfahrener Benutzer*
*erfahrener Benutzer*
 
Beiträge: 743
Registriert: Freitag 23. Februar 2007, 14:51

Beitragvon Hulkolli » Mittwoch 2. Juli 2008, 21:58

Hallo Karaí

Wie Du sicher schon des Öfteren in mein Beiträgen gelesen hast, bin ich kein Fan der Schulmedizin (außer bei Unfällen oder Akuter Lebensgefahr )Alles andere kann man alternativ für Pfennige heilen. Wenn man Zuversichtlich und Angstfrei ist ,ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken fast bei 0 %. Ich muss es wissen ,hatte in den letzten fast 18 Jahren gerade 1 Erkältung von 3 Tagen (hatte die Schnauze gestrichen voll von Streit mit mein damaligen Chef ) .Wer mich kennt kann es bezeugen! Somit ist in mein Fall die KV eher unwichtig . Und bitte jetzt nicht wieder ein Aufschrei wie, aber man kann ja doch mal Krank werden ..., ja ,wenn man so denkt kann man! Nochmals worauf man Energie legt wird man auch bekommen!!!!
Wer hier in D Rente bekommt muss Beiträge für Krankenkasse bezahlen. Diese Summe langt um in Paraguay ein 1a Schutz zu bekommen(wer es den will). Natürlich weiß ich , dass es Menschen gibt die die Götter in Weiß für jedes Wehwehchen brauchen und jede nur mögliche Vorsorgeuntersuchung machen und sich wundern das dort auch mal etwas gefunden wird, was dann als sehr Schrecklich dargestellt wird und die Behandlung(Abzocke)kann beginnen und schwups ist man Tot oder etwas Neues taucht auf(erneute Abzocke). Das ist ehrlich nicht übertrieben, habe einige Jahre in der Ambulanten Altenpflege auf 400€Basis zuverdient. Was da an Älteren rumgeschnippelt wird und Tabletten mit Nebenwirkungen verabreicht wird, sorry ich könnte Kotzen! So, das ich jetzt etwas ausgeholt habe mache ich ehrlich nur um den ein oder anderen zum umdenken zu bewegen, das mit der Angst vor Krankheit nur eins bewirkt wird “Abzocke“ !
Man, wenn man an die Indianer denkt in früheren Jahren da war die Gleichung 1 Medizinmann ca 1000 Indianer . Krebs , Gicht, Diabetes, ADS, etc. etc. kannte man nicht! Krankheit war noch kein Geschäft, sondern das Spiegelbild der Seele. Die Leute werden mit Sicherheit weniger krank werden in Paraguay als in unseren von Angst durchzogenen Gesellschaft. Angst zerfrisst! Und natürlich Gifte auch die durch Fehlernährung meist kommen.

Noch stehe ich nicht vor der Rente bin 43, aber an meine Zukunft denke ich jetzt schon. Meine Eltern sind schon Rentner. Wann mein Vater auswandert?Hängt von seiner Frau ab.Meine Mutter will sofort, aber nicht alleine. Ich habe vor 6Monate im Jahr in Paraguay zu bleiben.

Gruß Oliver
Hulkolli
erfahrener Benutzer
erfahrener Benutzer
 
Beiträge: 82
Registriert: Montag 26. März 2007, 22:22

Beitragvon Lämpi » Donnerstag 3. Juli 2008, 10:10

Hallo Espatopy,
bin ganz Deiner Meinung auch wenn ich bei der Methode einer Inflationssicherung der eher bodenständigere Typ bin, wie Du weißt :wink: .
Aber es gibt eben unterschiedliche Wege die nach Rom führen…
Vielleicht noch eine Erklärung für „Reverse – Hypotheken“:
http://de.wikipedia.org/wiki/Umgekehrte_Hypothek

Hallo Hulkolli,
ich denke auch, dass Krankheiten vielfach im Kopf entstehen. Auch ich hätte mir im Lauf meines bisherigen Lebens (werde 54) viel Geld sparen können, wenn ich nicht krankenversichert gewesen wäre und nur bei Bedarf die (ebenso wie bei Dir) seltenen Arztbesuche selbst bezahlt hätte. Leider weiß man das immer erst hinterher. Und außerdem werden wir ja auch älter (hoffe ich zumindest) und ich weiß nicht, ob ich dann immer noch so positiv denken kann um Krankheiten ohne externe Hilfe abwehren zu können. Fakt ist, dass die körpereigenen Abwehrkräfte im Lauf des Alters nachlassen was dann früher oder später zum Tod führt. Dein Beispiel mit den Indianern ist sehr schön, ich gebe allerdings zu bedenken, dass die Lebenserwartung der meisten Indianer nicht so hoch war, als dass sie unsere Zivilisationskrankheiten hätten bekommen können. Statistisch scheint jedenfalls gesichert zu sein, dass die durchschnittliche Lebenserwartung im Lauf der letzten 100 Jahre drastisch gestiegen ist, wohl auch wegen und nicht trotz der Schulmedizin.

Wenn Du über entsprechende finanzielle Mittel verfügst, brauchst Du natürlich keine Krankenversicherung. Wenn Du mit Deinem Geld gerade so einigermaßen gut über die Runden kommst, würde ich es für fahrlässig halten, keine KV zu haben.

Noch mal ein Gedanke zu den Finanzen für Rentner und wie diese in 10 Jahren aussehen könnten. Die gravierendste Problematik sehe ich eigentlich bei der aktuellen Rentenerhöhung von nur 1,1% bei einer Inflation von 4% und dem Ausgleich für sozial Schwächere unter Zuhilfenahme eines „Wohngeldes“.

Ich bin mir sicher, dass das zum Trend wird. Manchmal kann man sich Dinge besser vorstellen, wenn man mit Extremen rechnet (auch wenn sie in dieser Höhe nicht eintreten müssen und wahrscheinlich auch nicht werden).

Gedankenspiel:
wir haben in ein paar Jahren eine jährliche Inflation im hohen zweistelligen Bereich. Die Renten in dieser Größenordnung zu erhöhen ist angesichts der immer desolater gewordenen Staatsfinanzen illusorisch. Es wird also immer mehr mit Zuschüssen gearbeitet um den Leuten irgendwie ein Überleben zu ermöglichen. Schauen wir uns dazu zwei Beispielrentner im Jahr 2018 an:

a. Max Müller:
Herr Müller hat immer gut verdient und erhält eine Rente in Höhe von 2.000 Euro. Leider reicht in unserem Szenario dieser Betrag noch nicht mal mehr für die Miete seiner 2 – Zimmerwohnung. (auch nicht mehr für die Miete eines Hauses in Paraguay…)
Neben seiner Rente erhält Herr Müller also noch 1.500 Euro Wohngeld, eine „Pauschale zur Teilhabe am öffentlich – kulturellen Leben“ in Höhe von 800 Euro (PzTaökL), eine Fortbewegungspauschale in Höhe von 600 Euro (der monatliche Preis für ein Umweltticket) einen „Zuschuss für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung der Rentner“ (ZfgaEdR) in Höhe von 2.500 Euro (ja,ja, Lebensmittel sind besonders teuer geworden) und noch diverse andere Zuschüsse in Höhe von zusammen 2.000 Euro.

Herr Müller hat also monatlich 9.400 Euro zur Verfügung und kommt damit einigermaßen zurecht.


b. Karl Krause
Herr Krause hat in seinem Leben nicht so viel verdient und erhält nur eine Monatsrente in Höhe von 1.000 Euro. Die Zulagen, die Herr Müller erhält, bekommt Herr Krause natürlich ebenfalls. Insgesamt hat Herr Krause damit 8.400 Euro zur Verfügung und kommt damit nicht ganz so gut, aber immer noch irgendwie zurecht.
Dieses Beispiel zeigt, dass Herr Müller zwar doppelt soviel in die Rentenkasse eingezahlt hat, aber lediglich 12% mehr zum Leben zur Verfügung hat. Auch noch zu diesem Zeitpunkt wird von den politisch Verantwortlichen vehement abgestritten, dass es in Deutschland eine Einheitsrente gebe, obwohl es dann schon relativ egal sein wird, wie viel jemand in die Rentenkasse eingezahlt hat. Wenn jemand gar nichts eingezahlt hat, erhält er ja immer noch die oben erwähnten Zulagen in Höhe von 7.400 Euro. Das ist dann auch gleichzeitig der Sozialhilfesatz, auf den jeder Bundesbürger einen gesetzlichen Anspruch hat.

Weit hergeholt, mag der Eine sagen, vollkommen unrealistisch der Andere. Ist es das aber wirklich?
Schon heute ist es so, dass jemand, der sein Leben lang eher geringe Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat, keinen Cent mehr bekommt als jemand, der gar nichts eingezahlt hat. Der Sozialhilfesatz ist da einfach der „floor“, den man mit geringen Beiträgen nicht mehr erreicht und der gleichzeitig von der Sozialhilfe nicht unterschritten wird. „Aufstocker“ nennt man heute die Menschen, die von ihrer Rente aber auch von ihrem Arbeitseinkommen nicht mehr leben können und deshalb eine „Aufstockung“ ihres Einkommens auf HartzIV – Niveau beantragen und auch bekommen. Die Zahl dieser Aufstocker wächst übrigens von Jahr zu Jahr. Das bedeutet, die Lebenshaltungskosten steigen deutlich schneller als Renten und kleinere Einkommen.

Wie eingangs erwähnt ist das ein Extrembeispiel aber der Zug fährt in diese Richtung und leider muss er das mittlerweile auch. Auch wenn es aus verständlichen Gründen nicht an die große Glocke gehängt und bei Bedarf abgestritten wird, ist es kein Geheimnis, dass die zukünftigen Renten und Beamtenpensionen auf die heutige Art und Weise nicht mehr finanzierbar sein werden. Wenn ich das aber weiß muss ich das auch für zukünftige Planungen antizipieren und kann sinnvollerweise nicht nach dem kölschen Motto handeln: „Et hätt no immer jot jejange….“

Jedem ist vermutlich klar, dass 1000 Euro in zehn Jahren zwar immer noch 1000 Euro sein werden (wenn es den Euro dann noch gibt), nur was man sich dann dafür kaufen kann, weiß aus heutiger Sicht niemand. Weniger, soviel scheint sicher zu sein, auch in Paraguay…
Und die Zuschüsse und vielfältigen Unterstützungen, die in Euroland (vielleicht dann auch nur noch in Deutschland) ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, wird es in Paraguay nicht geben. Auch soviel steht für mich fest.

So schön der Gedanke auch sein mag, mit seiner deutschen Rente in Paraguay ein Haus mit Pool zu bewohnen und in den wunderschönen Sonnenuntergang am Ypacarai – See zu blinzeln. Ohne gute Rücklagen wird vermutlich aus diesem Traum in ein paar Jahren ein Albtraum werden.

meint
Lämpi
Benutzeravatar
Lämpi
*erfahrener Benutzer*
*erfahrener Benutzer*
 
Beiträge: 643
Registriert: Freitag 14. April 2006, 15:34
Wohnort: Berlin

Beitragvon oli » Donnerstag 3. Juli 2008, 11:56

Hi laempi!

das "Extrem"-beispiel gefaellt mir. Genau in die Richtung wird sich das entwickeln. Ob die absoluten Zahlen so zutreffen werden ist was anderes, aber das Beispiel verdeutlicht sehr schoen die message.
Jetzt stellt sich die Frage, wie man sein Einkommen inflationssichern kann.

Gruss
oli.
oli
Moderator/Admin
Moderator/Admin
 
Beiträge: 802
Registriert: Freitag 4. November 2005, 15:12
Wohnort: Asuncion

Werbung wird durch Google bereitgestellt. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfaeltig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen
 
Nächste

Zurück zu Kostenaufstellung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast