Sechs Jahre habe ich die Paraguay-Foren sicherer gemacht. Nun hoere ich auf. Am Freitag wird mein letzter Beitrag erscheinen und dann wird Don H sich auf immer und ewig abmelden.
Bei mir wurde eine prokrediente Nihilitas Vulgaris diagnostiziert, die mich zwingt, den Aetzstift mit dem Inhalator zu tauschen.
Aber ich werde nicht gehen, ohne noch ein paar Dinge zu klaeren, die mir wichtig sind. Am Freitag kommt dann ein kleines comming-out.
Obwohl die gesamte Fuehrungs-Mannschaft im RRB-Forum mir mit Werbung, Rassismus, Loeschungen und Verfaelschungen einen Abschied echt schwer macht, ist am 30. fuer mich der erste!
Ich muss befuerchten, dass meine letzten Beitraege hier bald geloescht werden, deshalb – sofern Euch der Rest meiner Geschichte ueberhaupt interessiert – speichert Euch gleich den
Don’s Link der Euch zum unzensierten Abschiedsbeitrag leitet. Bitte schnell speichern, bevor er wieder verfaelscht wird.
Aber beginnen wir ganz vorn:
Mit meiner Cousine zusammen wollten wir ein Buch schreiben ueber die Immobilien-Abzocker Spaniens. Das war 2003.
Die Wirklichkeit hatte uns aber ueberrannt und die Deutschen haben praktisch den Immobilienerwerb in Spanien eingestellt.
Da wir – wie so viele andere – von der Entwicklung in Spanien enttaeuscht waren, suchten wir neue Ufer. Und da kam Paraguay in unser Blickfeld.
Da war es einfach: Wir beschlossen, ein Buch zu schreiben ueber die Immobilien-Abzocker in Paraguay.
Dazu benutzte ich von Spanien aus das Internet und stiess auf die Forenwelt.
Welch ein Theater tat sich da vor mir auf! Beschimpfungen, Beleidigungen, unter die Guertellinie, was das Zeug haelt!
Sowas hatte ich noch nie gesehen, erlebt, gelesen. Fasziniert las ich alles, was sich online befand.
Bald aenderte sich die Zielrichtung erneut. Nicht mehr die Abzocker waren im Blickfeld, sondern die Geschichten der Leute, die nun in PY lebten.
Auch das ist – so dachte ich – interessant zu beobachten.
Die ersten beiden Personen, deren Lebensgeschichte (oder fuer mich zumindest der in PY spielende Teil) mich interessierte waren ein „alter Mann am See“ und ein schwuler Ex-Volksarmee-Offizier.
Ihre Geschichten waeren sicher eine Verfilmung wert, allerdings waeren das dann Trauerspiele geworden. Kratzt man bei beiden tiefer, findet man persoenliches Scheitern und an der Tragik der anderen will ich mich nicht ergoetzen.
Der eine hatte eine wunderschoene, mehrfach ausgezeichnete Webseite. Viel schoener und besser und informativer als alles Derzeitige. Aber schon vor sechs Jahren fand man unter „Beruehmte Leute in Paraguay“ nur seine Aliasse. Sehr traurig – und einsam! Ein Treffen der Beruehmtheiten in PY – eine Person! Nur die unterschwellig vorhandene Selbstironie liess mich nicht gleich in Traenen ausbrechen.
Hat er doch als einen seiner Aliasse einen „T. Simrun“ - rueckwaerts gelesen „Nur Mist“.
Scheidung, Streit. Er liess sich von der zweiten Person auch noch gegen seine Frau aufhetzen.
Inzwischen ist sein erstes Leben praktisch beendet, ein „Second Life“ ist das einzige Lebenssignal. Ein alter, einsamer Mann spielt den Adonis.
Traurig!
Der andere hat in der DDR durch Absingen von Nazi-Liedern seine Zukunft nachhaltig gefaehrdet und sich nur durch eine freiwillige Karriere bei der Volksarmee im Spiel gehalten.
Aber als schwuler Offizier bei der Verteidigung der Grenzen zum Klassenfeind?
Das gab sicherlich Aerger und und die Stasi brauchte Informanten!
Dann fiel die Mauer und seine gesamte Vergangenheit loeste sich in Nebel auf.
Bis dahin Stoff fuer eine Tragikomoedie.
Dann ging die neu gegruendete Firma den Bach runter, die Kreditkarten ueberziehen, das Firmenkonto leer raeumen, schnell noch den Dispo der Firma anheben lassen, die Steuer hinhalten, den Hauswirt mit der Miete auflaufen lassen und die Firmenmitbesitzerin in der schei.... in DE stecken lassen.
Waehrend man selbst seinen Koffer mit knapp 100.000 Euro im Badezimmer der gemieteten Villa in ASU versteckt.
Aber was soll denn funktionieren? Seine Handlungen fallen immer wieder auf einen selbst zurueck.
Pleite und der Rest dann noch von der Familie des neuen, jungen Geliebten geklaut.
Was fuer ein Schicksal!
Aber fuer mich einfach zu traurig, um ein Buch zu fuellen. Ich lache nun mal lieber!
Und bei beiden beispielhaft aufgefuehrten Einwanderern kann ich noch nicht mal schadenfroh lachen. Da bleibt das Lachen im Halse stecken. Gestrandet in PY?
Wie gesagt, kein Stoff fuer mich. Ich lache lieber!
Die naechste Idee war dann ein Buch ueber die Foren. Da steckt genug Stoff drin!
Leider jedoch wuerden natuerlich einige der namentlich Erwaehnten sofort Schwaerzung ihrer Namen oder gar Einstellung des Verkaufs eines „PY-Foren“ Buches verlangen.
Loesung: Wir weichen auf die Karibik aus und das Buch gibt es nur im Versand.
Das grosse Aber: Vielleicht 500 interessierte Foren-User und nochmals die gleiche Anzahl zufaellig Vorbeikommender lassen den ganzen Aufwand zu gross erscheinen. Also gar kein Buch!
Don H
Wird fortgesetzt!