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Kays Paraguay-Tips
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Um einen Fehlstart zu vermeiden, hier mal ein paar Einsteiger-Tips für Leute, die an eine Auswanderung nach Paraguay denken (aber das meiste wisst Ihr ja hoffentlich eh schon!)
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1. Die Sprache
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Wer sich mit dem Gedanken befasst, nach Paraguay zu ziehen sollte beizeiten anfangen, Spanisch zu lernen. Gute Sprachkenntnisse sind eine MUSS Voraussetzung. Ich weiss, das wird oft anders dargestellt, aber aus vielerlei Gründen kann ich nur sagen: die Sprache ist die Basis aller Auswandergedanken
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2. Vorsicht Bauernfänger
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Wer sich Paraguay anschauen möchte, kann für's erste Mal ruhig eine organisierte Tour mitmachen; aber bitte "reinen Urlaub", keine Immo-Besichtigungs-Kaffeefahrt, denn nicht umsonst handeln die meisten Reiseanbieter auch praktischerweise gleich mit Grundstücken.. Beliebter Trick: Dem Opfer wird das schöne und "problemlose" Leben in PY vorgegaukelt, mit Asados und viel Abenteuerromantik. Dann wird eine ganz tolle, "einmalige Gelegenheit" (haha), "weit unter Wert!!!" zum Kauf angeboten. Das arme Opfer erfährt dann erst nach dem Notartermin, dass sein Grundstück gar nicht das ist, das er besichtigt hatte. Oder (auch beliebt), dass der tolle Tiefbrunnen im Sommer leider 3 Monate lang kein Wasser führt oder ähnliches mehr (Sommerdürre kann übrigens auch für Estancias ein grosses Problem sein!!!).
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3. Viele Fragen stellen
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Bei Auswanderungsinteresse auf jeden Fall nochmals selbst hinfahren und sich ein Bild machen! Am besten mit dem Mietwagen die in frage kommenden Gegenden selbst besichtigen und gaaaanz viel mit den Leute vor Ort reden. Dazu sollte man sich gleich mal an das Mate/Tereré- Trinken gewöhnen, das hilft ungemein bei der Sozialisation mit den Alteingesessenen. Und dann kann man ja mal das Gespräch auf Betrügereien, Probleme in der Gegend und die Probleme der zugezogenen Deutschen bringen. Man erfährt da oft sehr interessante Sachen! (Beispielsweise, ob es Ärger mit Landbesetzern gibt, oder wer die schlimmsten Betrüger sind). Und es passiert dann gar nicht selten, dass genau der Herr, von dem man gerade am Tag vorher (übrigens meist im Ton der höchsten Anerkennung) erfahren hat, wie er immer die Deutschen über den Tisch zieht, plötzlich in persona vor der Tür steht mit einem "gaaanz tollen Angebot"...
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4. Erstmal mieten
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Wer sich zum Auswandern entschlossen hat, sollte sich erst einmal ein Häuschen mieten und schauen, wie alles so klappt. Besonders beruflich!!! Das ist nach wie vor das grösste Problem für alle Einwanderer: Geldverdienen ist nicht so leicht wie man das aus D gewohnt ist!!! Investitionen müssen daher wohlüberlegt sein! Grundsätzlich gilt: in PY wird kein Geschäft von heute auf morgen geschlossen (oft sind recht gute Immo- Angebote sogar jahrelang auf dem Markt!) und das Angebot übersteigt die Nachfrage praktisch immer. Also keine Eile! Das bedeutet natürlich auch im Umkehrschluß, dass man bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland oft Probleme hat, die getätigten Investionen wieder ohne grössere Verluste freizubekommen. Da die meisten Rückkehrer dies meiner Erfahrung nach innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre tun, spricht auch dies für eine Anmietung
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5. Die Formalitäten
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Die Radicación/Cédula (Daueraufenthaltsgenehmigung) kann man selbst beantragen. Voraussetzung: gutes Spanisch! Wer es sich nicht zutraut, sollte sich erkundigen, wer zu günstigen Preisen zuverlässig hilft. Keine Panik, wenn das Touri-Visum nach 3 Monaten abläuft, das kann man mit einem kleinen brasilianischen Grenzverkehr ganz leicht verlängern. Also wie immer: lieber überlegen statt übereilen!
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6. Banken!
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Ein grosses Problem in PY. KEINE paraguayische Bank ist wirklich sicher (Bankenpleiten gibt es schon beinah am laufenden Meter)!!! DAS BANKGEHEIMNIS EXISTIERT NUR AUF DEM PAPIER!!! Was die Bankenpräsenz angeht, bin ich evtl. nicht auf dem allerneuesten Stand, aber es geht ja auch ums Prinzip: Grössere Summen in D lassen, erst kurz vor einer Zahlung nach PY transferieren. Mittlere Summen (5.000 bis höchstens 10.000 Dollar) kann man auf einer europäischen Bank in PY deponieren: soviel ich weiss, gibt es derzeit BBVA (Spanien), ABN Amro Bank (Niederlande) und Lloyds Bank (GB). Ich möchte keine empfehlen, schliesslich kann auch eine ausländische Bank mal pleite machen, aber es ist auf jeden Fall sehr viel sicherer als einheimische Banken (auch Banco Alemán ist paraguayisch!). Guaraní-Konten sind wegen der Inflation sowieso nur für kurzfristige Ein- und Auszahlungen geeignet!
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7. Anwälte
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Ein leidiges Thema! Das Justizsystem in Paraguay ist von Grund auf korrupt. Das betrifft Notare, Richter und leider ganz besonders die eigenen Anwälte. Man sollte daher seine Verhältnisse nie komplett offenlegen und sich noch mal an mehreren anderen Stellen erkundigen, ob die Auskünfte des Anwaltes tatsächlich den Tatsachen entsprechen. Aus eigener Erfahrung weiss ich: wer einmal in den Mühlen der Justiz steckt, hat es schwer, einigermassen ungeschoren da wieder rauszukommen. Leider ist nämlich auch der Ausgang der Gerichtsverfahren ein reines Glücksspiel und ausserdem tun Anwälte alles, um das Verfahren möglichst kompliziert zu gestalten und in die Länge zu ziehen. Daher Rechtsstreitereien möglichst von Haus aus vermeiden!
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8. Verdienstmöglichkeiten
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Diesen Punkt habe ich bewusst an den Schluss gestellt. Ehrlich gesagt ist das eine Sache, für die auch ich kein Patentrezept parat habe. Grundsätzlich gilt: Handwerker haben es oft schwer, das Geld für geleistete Arbeit einzutreiben, so dass mehrere Millionen Guaranies Aussenstände kein Einzelfall sind. Wieviel man generell verdienen kann, hängt von Beruf, Standort und Konkurrenzsituation ab, da gibt es kaum Richtlinien. Frauenberufe sind durch die Bank schlecht bis verheerend bezahlt, insbesondere Schneiderin, Friseurin o.ä. Land- und Viehwirtschaft setzen grosse Investitionen und noch mehr Fachwissen voraus! Ein Selbstversorger-Kleinbauernhof ist da die problemlosere Alternative, aber wirklich Geld verdienen kann man damit nicht. Also bitte rechtzeitig an Rente/Krankheitsfall o.ä. denken!!! Die traurige Negativkarriere der Deutschen dort sieht meist so aus (einzelne Stufen überspringbar!): Man beginnt mit einem land- oder viehwirtschaftlichen Betrieb, der pleite geht. Dann macht man ein Hotel/Restaurant auf, das sich nach ein paar Jahren auch nicht mehr halten lässt. Schliesslich landet man bei Einwanderungshilfe/Immobilienhandel, wo die allermeisten sich nur mit Betrügereien über Wasser halten können. Manche packen nicht mal das.
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